Die verlorene Zeit
Warum du immer noch hier bist, obwohl du längst gegangen sein wolltest
I. DER MORGEN, AN DEM ICH VERGASS, WIE MAN AUFWACHT
Es war ein Dienstag oder ein Mittwoch oder einer dieser Tage, die aussehen wie die Innenseite eines Briefumschlags, an dem jemand geleckt hat. Grau, ein bisschen feucht, mit dem vagen Geschmack von Klebstoff auf der Zunge.
Ich lag im Bett und dachte: Heute werde ich mein Leben ändern.
Dann schlief ich noch drei Stunden.
Du kennst das. Du kennst das so gut, dass du gerade genickt hast, obwohl niemand dich sieht. Du kennst diese Tage, an denen du aufwachst und dein Körper eine Frage ist, auf die du keine Antwort weißt. Du kennst das Gefühl, dass irgendwo eine Tür offen steht, durch die Wärme entweicht, und du findest sie nicht, du findest sie nie.
Ich bin siebenundzwanzig. Oder neunundzwanzig. Oder ich war einmal dreiundzwanzig und dann ist etwas passiert, ein Knick in der Falte, ein Schluckauf im Kalender, und jetzt bin ich hier, in diesem seltsamen Alter, das sich anfühlt wie ein Wartezimmer ohne Zeitschriften.
Die verlorene Zeit. Man spricht davon, als hätte man sie irgendwo liegen gelassen. In einem Café vielleicht, neben der leeren Tasse, zwischen den Krümeln. Man spricht davon, als könnte man im Fundbüro anrufen und sagen: Entschuldigung, ich glaube, Sie haben meine Jahre. Die zwischen dreiundzwanzig und jetzt. Die mit dem Geruch von ungewaschener Wäsche und zu vielen Bildschirmen.
Aber so funktioniert das nicht.
So funktioniert gar nichts.
II. DIE KATZE AUF DEM FENSTERBRETT UND ANDERE PHILOSOPHISCHE PROBLEME
Meine Nachbarin hat eine Katze, die jeden Tag um drei Uhr nachmittags auf dem Fensterbrett sitzt und in die Ferne starrt. Ich habe sie gefragt, einmal, was die Katze da sieht. Sie hat gelacht und gesagt: Wahrscheinlich Vögel.
Aber ich glaube, die Katze sieht etwas anderes. Ich glaube, die Katze sieht die Zeit. Wie sie vorbeizieht wie Wolken, wie Autos, wie die Gesichter von Menschen, die einmal wichtig waren und jetzt nur noch Schatten auf der Netzhaut sind.
Du hast auch solche Schatten. Ich weiß es. Ich kenne dich nicht, aber ich kenne dich. Du hast jemanden geliebt, der jetzt ein Geruch ist, ein Lied, ein bestimmtes Licht am späten Nachmittag. Du hast Dinge gewollt, die du vergessen hast zu wollen. Du hast gewartet, und das Warten hat sich in deine Knochen gesetzt wie Feuchtigkeit in alte Häuser.
Letzte Woche habe ich einen Brief angefangen an eine Freundin, die ich seit vier Jahren nicht mehr gesehen habe. Ich schrieb: Liebe M., ich weiß nicht, wie ich anfangen soll.
Dann saß ich da, den Stift in der Hand, und draußen wurde es dunkel.
Der Brief liegt noch immer auf meinem Schreibtisch. Zwischen einer unbezahlten Rechnung und einem Buch, das ich nie zu Ende lesen werde.
III. WIE MAN EINE BANANE ISST, WENN DIE WELT UNTERGEHT
Es gibt Tage, an denen mich das Alltägliche erschlägt. An denen ich in der Küche stehe und eine Banane schäle und plötzlich denke: Was mache ich hier? Was machen wir alle hier, auf diesem rotierenden Stein, mit unseren Bananen und unseren Sorgen und unseren kleinen, feuchten Hoffnungen?
Die Banane hat braune Flecken. Ich esse sie trotzdem.
Das ist vielleicht alles, was ich gelernt habe in diesen Jahren: Man isst die Banane trotzdem.
Meine Mutter ruft jeden Sonntag an. Sie fragt: Wie geht es dir? Und ich sage: Gut. Und sie sagt: Wirklich? Und ich sage: Ja, wirklich. Und wir beide wissen, dass wir lügen, aber die Lüge ist so vertraut geworden, so warm, dass sie sich anfühlt wie die Wahrheit.
Ich frage mich manchmal, ob die Zeit, die wir verlieren, sich irgendwo sammelt. In einem unterirdischen See vielleicht, in einer Höhle, die niemand je betreten wird. Dort schwimmen die ungesagten Worte. Dort treiben die ungelebten Tage. Dort warten die Menschen, die wir hätten sein können, wenn wir nicht so verdammt müde gewesen wären.
IV. DER MANN IM SUPERMARKT UND DIE THEORIE DER PARALLELEN UNIVERSEN
Gestern im Supermarkt habe ich einen Mann gesehen, der vor dem Joghurt stand und weinte. Nicht laut, nicht auffällig. Nur Tränen, die über sein Gesicht liefen, während er die Preisschilder betrachtete.
Ich wollte zu ihm gehen. Wollte fragen: Geht es Ihnen gut? Aber ich tat es nicht. Ich ging weiter, vorbei an den Konserven, vorbei an den Tiefkühlpizzen, vorbei an all den anderen Menschen, die auch nicht fragten.
Vielleicht, dachte ich später, vielleicht weinte er nicht wegen des Joghurts. Vielleicht weinte er wegen der Zeit. Wegen all der Supermärkte, in denen er je gestanden hatte. Wegen all der Entscheidungen zwischen fettarm und Vollfett. Wegen der endlosen Wiederholung von allem.
Oder vielleicht war der Joghurt einfach zu teuer.
Das ist das Problem mit der Realität: Sie lässt sich nicht auf eine einzige Bedeutung reduzieren. Sie schwimmt. Sie schillert. Sie ist ein Fisch, den man nicht fangen kann.
Du versuchst es trotzdem. Jeden Tag. Du wirfst dein Netz aus, aus Worten und Gesten und kleinen Versuchen, verstanden zu werden. Und manchmal, manchmal fängst du etwas. Einen Blick. Ein Lächeln. Einen Moment, der sich anfühlt wie Ankommen.
Dann gleitet er wieder davon.
V. WARUM DIE NACHT LÄNGER IST, WENN MAN NICHT SCHLÄFT
Es ist drei Uhr morgens, während ich das hier schreibe. Draußen regnet es oder es regnet nicht. Ich habe aufgehört, aus dem Fenster zu schauen. Die Welt dort draußen ist eine Vermutung geworden, eine Hypothese, die ich morgen überprüfen werde.
Wenn ich morgen noch da bin.
Nicht, dass ich vorhabe, zu verschwinden. Nur: Ich verstehe nicht, wie manche Menschen so sicher sind, dass sie morgen noch existieren. Ich wache jeden Tag auf und bin überrascht. Ach, denke ich, noch ein Tag. Noch eine Runde auf dem Karussell. Noch eine Gelegenheit, alles richtig oder falles zu machen.
Meistens mache ich es weder richtig noch falsch. Meistens mache ich es einfach nur so.
Die Nacht um drei Uhr morgens ist ein eigener Ort. Ein Land zwischen den Ländern. Hier bin ich nicht die, die ich tagsüber bin. Hier bin ich auch nicht die, die ich sein will. Hier bin ich nur ein Körper unter einer Decke, ein Geräusch im Dunkeln, ein Gedanke, der keinem gehört.
Und manchmal, in diesen Stunden, kommt die verlorene Zeit zurück. Nicht als Erinnerung, nicht als Bedauern. Sondern als Gewicht. Als ein Druck auf der Brust, der sagt: Du hast so viel liegen gelassen. So viel nicht angefasst. So viel nicht gesagt.
VI. DIE FRAU IM SPIEGEL TRÄGT MEIN GESICHT (ABER NICHT MEINE AUGEN)
Ich schaue in den Spiegel und sehe jemanden, den ich zu kennen glaube. Sie hat meine Nase. Meine Lippen. Die Stelle, an der das Haar komisch wächst, oberhalb der linken Schläfe.
Aber ihre Augen.
Ihre Augen sind die Augen von jemandem, der gewartet hat. Der so lange gewartet hat, dass das Warten zu einem Grundzustand geworden ist. Zu einer Haltung. Zu einer Art des Seins.
Worauf habe ich gewartet?
Auf den richtigen Moment vielleicht. Den Moment, in dem alles Sinn ergibt. In dem die Puzzlestücke zusammenfallen und ein Bild ergeben, das man an die Wand hängen kann.
Aber die Stücke fallen nicht zusammen. Sie liegen verstreut auf dem Tisch, auf dem Boden, unter dem Sofa. Manche sind verloren gegangen. Manche waren von Anfang an aus einer anderen Schachtel.
Trotzdem. Trotzdem sitze ich hier, jeden Abend, und versuche, etwas zusammenzusetzen. Ein Leben vielleicht. Oder zumindest einen Tag.
VII. LISTEN, DIE ICH NICHT GESCHRIEBEN HABE
Dinge, die ich tun wollte:
(Hier ist die Liste leer.)
Nein, das stimmt nicht. Hier ist die Liste voll. So voll, dass sie überquillt, dass sie vom Tisch fällt, dass sie durch den Raum rollt wie eine Lawine aus Papier und Tinte und guten Absichten.
Ich wollte Spanisch lernen. Ich wollte nach Lissabon fahren. Ich wollte ein Buch schreiben über die Farbe Blau. Ich wollte jeden Morgen um sechs Uhr aufstehen und meditieren. Ich wollte meine Großmutter öfter besuchen. Ich wollte aufhören, mein Handy anzustarren, als wäre es ein Orakel, das mir sagen könnte, wer ich bin.
Ich wollte. Ich wollte. Ich wollte.
Das Wollen ist der Konjunktiv des Lebens. Das Nebensächliche, das Mögliche, das Niegewesene.
Und doch. Und doch habe ich manches getan. Ich habe Briefe geschrieben, die niemand lesen wird. Ich habe Fenster geöffnet und die Luft gerochen. Ich habe geweint vor Filmen und gelacht über Dinge, die nicht lustig waren. Ich habe gelebt, irgendwie, auf meine schiefe, stolpernde Art.
Das zählt auch. Das muss auch zählen.
VIII. WIE DIE ZEIT SCHMECKT (EINE UNVOLLSTÄNDIGE UNTERSUCHUNG)
Die Vergangenheit schmeckt nach Metall. Nach dem Löffel, den du als Kind in den Mund gesteckt hast, nach dem Blut, wenn du dir auf die Lippe gebissen hast, nach den Schlüsseln zu Wohnungen, in denen du nicht mehr lebst.
Die Zukunft schmeckt nach nichts. Sie ist geruchlos, geschmacklos, ein leeres Glas, das darauf wartet, gefüllt zu werden. Manche Menschen füllen es mit Plänen. Andere mit Angst. Ich fülle es meistens mit Kaffee.
Die Gegenwart schmeckt nach dem, was gerade ist. Nach dem Staub auf meiner Tastatur. Nach der Kerze, die ich angezündet habe, weil es mir nach Kerze war. Nach meiner eigenen Haut, wenn ich den Arm zum Mund führe und einatme, um mich zu vergewissern, dass ich noch da bin.
Die verlorene Zeit schmeckt nach Wasser, das zu lange gestanden hat. Nicht schlecht, nur abgestanden. Nur farblos. Nur da.
IX. EIN GESPRÄCH MIT MEINEM VERGANGENEN SELBST (SIE HÖRT NICHT ZU)
Manchmal stelle ich mir vor, ich könnte zu der sein, die ich mit zwanzig war. Ich würde ihr sagen: Hör zu. Du wirst Fehler machen. So viele Fehler, dass du aufhören wirst zu zählen. Du wirst Menschen verletzen und Menschen werden dich verletzen und manchmal wird beides gleichzeitig passieren und das Chaos wird untrennbar sein.
Sie würde nicht zuhören. Sie trägt Kopfhörer. Sie tanzt zu einem Lied, das ich längst vergessen habe. Sie ist so verdammt sicher, dass alles gut werden wird.
Ich beneide sie darum. Ich beneide sie um diese Sicherheit, die ich verloren habe, irgendwo zwischen meinem ersten echten Herzschmerz und meiner ersten Steuerklärung.
Aber ich beneide mich auch. Um das Wissen, das sie noch nicht hat. Um die Narben, die Geschichten erzählen. Um die Fähigkeit, nachts aufzuwachen und trotzdem weiterzuschlafen, weil ich gelernt habe, dass die Gedanken warten können. Dass nicht alles sofort gelöst werden muss. Dass manche Dinge einfach sind, ohne Grund und ohne Erklärung.
X. DIE GEOLOGIE DER EINSAMKEIT
Einsamkeit kommt in Schichten. Wie Sediment. Wie Erde, die sich über Jahrhunderte aufgebaut hat.
Da ist die oberste Schicht: Das Alleinsein an einem Freitagabend. Das Scrollen durch soziale Medien, die Bilder von Partys, auf denen du nicht bist. Das ist leichte Einsamkeit. Einsteiger-Einsamkeit. Die vergeht.
Darunter liegt die nächste Schicht: Die Einsamkeit unter Menschen. Auf der Geburtstagsfeier einer Freundin, umgeben von Lachen, und du fühlst dich wie ein Geist, der durch Wände geht. Wie jemand, der die Sprache vergessen hat. Diese Einsamkeit ist schwerer. Sie klebt.
Noch tiefer: Die Einsamkeit des Unverstanden-Seins. Du erklärst, was du fühlst, und die Worte kommen falsch heraus. Wie Möbel, die durch eine zu kleine Tür passen sollen. Du zeigst dich, und niemand sieht.
Und ganz unten, im Grundgestein: Die Einsamkeit, die keinen Namen hat. Die einfach da ist. Die da war, bevor du geboren wurdest, und die da sein wird, wenn du gehst. Die Einsamkeit des Existierens. Des Bewusstseins. Des Im-Universum-Seins, klein und verletzlich und endlich.
Ich habe alle Schichten durchwandert. Ich habe in ihnen gewohnt wie in Mietwohnungen. Manche waren schlimmer als andere. In manchen habe ich Pflanzen aufgestellt und so getan, als wäre es ein Zuhause.
XI. WAS ICH GELERNT HABE (EINE VORLÄUFIGE LISTE)
Dass Trauer nicht linear ist. Dass sie zurückkommt, wenn du sie nicht erwartest, im Supermarkt, auf der Straße, mitten im Lachen.
Dass Freude auch nicht linear ist. Dass sie dich überfallen kann wie ein Taschendieb, der dir etwas zusteckt statt etwas zu nehmen.
Dass der Körper klüger ist als der Kopf. Dass er weiß, wann es Zeit ist zu weinen. Wann es Zeit ist zu schlafen. Wann es Zeit ist, aufzustehen und weiterzugehen, auch wenn der Kopf noch im Bett bleiben will.
Dass manche Menschen einen Raum betreten und die Luft verändern. Dass manche Orte sich anfühlen wie eine Umarmung. Dass manche Musik Türen öffnet zu Zimmern, von denen du nicht wusstest, dass sie existieren.
Dass Zeit nicht verloren geht. Dass sie sich nur verwandelt. In Erinnerung. In Erfahrung. In die seltsame Substanz, aus der du gemacht bist.
XII. DIE KATZE HAT SICH BEWEGT
Es ist später Nachmittag. Ich schaue aus dem Fenster, und die Katze meiner Nachbarin ist nicht mehr auf dem Fensterbrett. Sie ist gesprungen. Oder gegangen. Oder sie hat beschlossen, dass es Zeit war, woanders hinzusehen.
Ich frage mich, ob sie etwas gefunden hat. Ob sie jetzt irgendwo liegt, zufrieden, mit geschlossenen Augen, während die Sonne auf ihr Fell scheint.
Oder ob sie immer noch sucht. Wie wir alle.
Aber du. Du, der du das hier liest, in deinem eigenen späten Nachmittag, in deiner eigenen kleinen Wohnung oder deinem großen Haus oder dem Zug, der dich irgendwohin bringt. Du bist hier. Du bist jetzt.
Und das ist keine kleine Sache.
Das ist vielleicht die größte Sache überhaupt.
XIII. EIN PLÄDOYER FÜR DAS DAZWISCHEN
Wir feiern Anfänge. Wir betrauern Enden. Aber das Dazwischen, das endlose Dazwischen, das ignorieren wir, als wäre es nur die Fahrt zwischen zwei Bahnhöfen, nur das Warten auf den nächsten Halt.
Dabei ist das Dazwischen alles. Die Tage, an denen nichts Besonderes passiert. Die Abende vor dem Fernseher. Die Morgen, an denen du Kaffee trinkst und aus dem Fenster schaust und denkst: So also ist mein Leben.
Das ist dein Leben.
Nicht die Höhepunkte. Nicht die Tiefpunkte. Sondern das Summen dazwischen. Das leise, stetige Summen des Existierens.
Ich habe gelernt, es zu hören. Ich höre es jetzt, während ich das hier schreibe. Es klingt wie ein Kühlschrank in der Nacht. Wie der Verkehr in der Ferne. Wie mein eigener Atem.
Es klingt wie Zeit, die vergeht.
Aber auch wie Zeit, die ist.
XIV. MORGEN (EIN WORT MIT SIEBEN BUCHSTABEN UND UNENDLICHEN MÖGLICHKEITEN)
Ich werde morgen aufwachen. Das ist keine Sicherheit, aber eine Annahme, auf die ich mein Leben gebaut habe. Ich werde die Augen öffnen und das Licht wird durch die Vorhänge fallen und für einen Moment, für einen einzelnen, kostbaren Moment, werde ich nicht wissen, wer ich bin.
Das ist mein liebster Moment. Der Moment vor der Erinnerung. Bevor die Geschichten anfangen. Bevor die Sorgen. Bevor das, was ich gestern gesagt habe, und das, was ich heute tun muss.
In diesem Moment bin ich nur ein Körper im Bett. Nur Wärme unter einer Decke. Nur Atem. Nur Puls.
Dann kommen die Worte zurück. Dann kommt die Zeit. Dann kommt alles, was ich bin und war und sein werde.
Und ich stehe auf.
Nicht weil ich will. Nicht weil ich muss. Sondern weil es das Einzige ist, was ich tun kann.
Aufstehen. Weitergehen. Die Banane essen, auch wenn sie braune Flecken hat.
XV. WAS BLEIBT (KEIN ENDE, ABER EIN AUFHÖREN)
Die verlorene Zeit ist nicht verloren. Sie ist hier. In den Falten um meine Augen. In der Art, wie ich meinen Namen schreibe. In den Büchern, die ich gelesen habe, und den Filmen, die ich vergessen habe, und den Menschen, die ich geliebt und verlassen und wiedergefunden habe.
Sie ist in dir. In der Art, wie du diesen Satz liest. In dem, was du dabei fühlst. In der Erinnerung, die jetzt vielleicht aufsteigt, an einen Ort, eine Person, einen Moment, der nicht wiederkommen wird.
Wir verlieren nichts. Wir verwandeln nur.
Ich bin die Summe aller Tage, die ich vergessen habe. Die Summe aller Nächte, die ich durchwacht habe. Die Summe aller Entscheidungen, der richtigen und der falschen, der mutigen und der feigen.
Und du auch.
Du auch.
Vielleicht ist das das Geheimnis. Vielleicht gibt es kein Geheimnis. Vielleicht ist alles, was wir tun können, hier sein und staunen und weitergehen und manchmal, manchmal, für einen Moment, aufhören und sagen:
Ja. Das bin ich. Das ist mein Leben.
Und es ist genug.
Es war immer genug.
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